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30.07.06

Hitzewelle: Mehr Patienten in Bereitschaftspraxen



Die Hitzewelle in Bayern lässt mehr Menschen erkranken als im vergangenen Sommer. Im laufenden Monat hätten bereits über 5% mehr Patienten als im Juli 2005 die Bereitschaftspraxen von Kassenärzten aufgesucht, teilte die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) in München mit. Viele Patienten litten an den typischen Sommer-Erkrankungen wie Magen-Darm-Infekten oder Kreislaufstörungen. Doch auch Insektenstiche müssten häufig verarztet werden, hieß es.

In ganz Europa stöhnen die Menschen unter der Hitze, über ein Dutzend Hitzetote wurden gemeldet. Im August 2003 waren in Frankreich knapp 15.000 Menschen als Folge einer dreiwöchigen Hitzewelle mit Temperaturen von 40 Grad gestorben.

Ältere Menschen besonders gefährdet
Die Hitze macht vor allem kranken und alten Menschen zu schaffen, die Medikamente nehmen müssen oder nicht mehr voll bewegungsfähig sind. So wirken sich Betablocker, die bei Herzkreislauf-Erkrankungen angewendet werden, auf die regulatorischen Fähigkeiten des Körpers aus. Er kann Temperaturen durch den Wirkstoff nicht mehr selbst über die Haut ausgleichen. Nicht nur die Medikamente stellen eine Gefahr dar. Ältere Menschen haben häufig ein vermindertes Durstgefühl und wollen auch vermeiden, ständig zur Toilette gehen zu müssen. Damit bringen sie sich bei extremer Hitze in Lebensgefahr.

Der Körper kann sich normalerweise an extreme Temperaturen gut gewöhnen, wenn das schrittweise passiert - auch wenn die Temperaturen von einem Tag auf den anderen um 20 Grad nach oben klettern. Dann hilft es, die pralle Sonne zu meiden und Joggen oder Spaziergänge bei glühender Hitze entfallen zu lassen. Statt Alkohol sollten Wasser und Tees getrunken werden. Leichte Mahlzeiten, wie z.B. Früchte, lassen die Hitze leichter ertragen.

Quelle: dpa
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Praktische Ärztin im Ärztehaus-Harlaching (u.a. mit Reisemedizin im Leistungsspektrum): Dr. med. Tatjana Sterzl



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