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Metabolisches Syndrom



Dr. med. Alexander Hallwachs, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie, beantwortet Fragen zum Thema „Metabolisches Syndrom“…

Was versteht man unter dem Metabolischen Syndrom?
Unter diesem Syndrom versteht man Krankheitseinheit mit folgenden Störungen:

  • Fettleibigkeit (bauchbetontes Übergewicht: „Apfelform“, Adipositas)
  • erhöhter Blutzuckerspiegel (Diabetes mellitus Typ II)
  • erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin)
  • Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)
  • erhöhte Harnsäurewerte (Hyperuricämie)


Das Metabolische Syndrom kann in seiner Folge u.a zu Arteriosklerose und schließlich zu Schlaganfall und Herzinfarkt führen. Erhöhte Harnsäurewerte können zusätzlich Gicht auslösen.

Wie gefährlich ist diese Kombination?
Die einzelnen Faktoren des Metabolischen Syndroms schädigen langfristig die Blutgefäße, so dass schleichend Arteriosklerose entstehen kann und das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall zunimmt. Bei der Arteriosklerose verändern sich die Blutgefäße. Die Gefäßwände lagern Fett ein, verkalken, sie verlieren ihre Elastizität und der Durchmesser der Blutgefäße verkleinert sich. Als Folge kann das Blut nicht mehr ungehindert fließen. Oft bleibt dieser Prozess lange Zeit unbemerkt, da er nicht mit unmittelbaren Beschwerden verbunden ist.
Besonders übergewichtige Personen sind gefährdet, weil dadurch das Risiko für Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte und erhöhten Blutzucker gesteigert ist. Übergewichtige sollten sich daher regelmäßig von einem Arzt untersuchen lassen.
Der beste Schutz ist natürlich Übergewicht erst gar nicht entstehen zu lassen bzw. frühzeitig etwas dagegen zu unternehmen.

Was kann man gegen das Metabolische Syndrom tun?
Wie bereits erwähnt – eine Reduzierung des Übergewichtes in Kombination mit gesunder Ernährung und Bewegung kann äußerst hilfreich sein. Man muss nicht in jedem Fall zu Medikamenten greifen, besser ist eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung und zugleich regelmäßige Bewegung mit körpergerechter Intensität. Ihr Arzt kann Sie dahingehend beraten und gegebenenfalls auch blutdrucksenkende Medikamente verschreiben.
Eine gesunde Ernährungsweise hilft, Übergewicht zu reduzieren, Blutfettwerte und Blutzuckerkonzentrationen zu senken sowie den Blutdruck positiv zu beeinflussen. Regelmäßige Bewegung unterstützt diese Effekte und darf in einem gesunden Lebensstil nicht fehlen.
Solch ein gesundheitsförderliches Verhalten kann schon nach wenigen Wochen eine positive Wirkung zeigen.

Welche negativen Auswirkungen hat Übergewicht auf den Stoffwechsel des Körpers?
Aufgrund der Überernährung und unzureichender Bewegung, den Ursachen für Übergewicht, ist der Blutzuckerspiegel des Körpers ständig erhöht. Der Körper ist beständig dazu gezwungen, mehr Insulin auszuschütten, um die Blutzuckerkonzentration abzusenken. Dies verursacht einen „Gewöhnungseffekt“ bei den Körperzellen an den erhöhten Insulinspiegel und der Körper muss für eine optimale Wirkung noch mehr Insulin produzieren. Besonders die Fettzellen im Bauchbereich sind anfällig für eine Insulinresistenz. Mögliche Folge ist der Diabetes mellitus Typ 2. Bei extremem Übergewicht, der so genannten Adipositas (Fettleibigkeit), ist die Natrium- und Wasserausscheidung gehemmt, so dass das Blutvolumen zunimmt und der Blutdruck steigt.

Hat die Fettverteilung einen Einfluss auf das Gesundheitsrisiko?
Heute weiß man, dass die Fettverteilung am Körper für das Gesundheitsrisiko von großer Bedeutung ist. Während eine gynoide Fettverteilung, der so genannte „Birnentyp“ mit Fettpolstern hauptsächlich an Hüfte und Gesäß, mit einem niedrigeren Risiko für die Gesundheit einhergeht, erhöht eine androide Fettverteilung, der so genannte "Apfeltyp" mit Fettpolstern im Bauchbereich, das Risiko, an Diabetes mellitus Typ 2 und Herz-Kreislauf-Krankheiten zu erkranken.
Die Fettverteilung ist genetisch bedingt und bei Frauen liegt häufig die gynoide Form der Verteilung vor, trotzdem kann auch die androide Form bei Frauen vorkommen.



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