Die meisten Melanome bilden sich neu und nicht aus vorhandenen Muttermalen

Melanome bzw. schwarzer Hautkrebs entwickeln sich häufig als neue Flecken und nicht aus bestehenden Muttermalen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Überblicksarbeit von italienischen und griechischen Forschern. Hautärzte erklären, dass diese Ergebnisse noch einmal die Wichtigkeit der regelmäßigen Hautkontrolle hervorheben, um Neubildungen und Veränderungen frühzeitig zu erkennen.


Bild: © Visionsi - Fotolia.com

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Bei der Auswertung von 38 Studien haben die italienische und griechische Experten herausgefunden, dass die meisten Melanome sich neu bilden, und nicht aus bereits vorhandenen Muttermalen entwickeln. Die Ergebnisse haben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Journal der American Academy of Dermatology“ veröffentlicht.

Ein Melanom ist ein sehr aggressiver Krebs, der mit Mutationen in den Melanozyten beginnt - den Zellen, die der Haut ihre Farbe verleihen. Die mutierten Zellen wachsen abnormal und bilden Tumore.
Die häufigste Ursache von Melanomen ist übermäßige Bestrahlung mit ultraviolettem (UV) Licht, z. B. durch Sonnenbaden oder Bräunen in Solarien. UV-Strahlen können die DNA beschädigen.
Frühzeitig erkannt, kann ein Melanom noch besser behandelt werden. Denn das Wachstum beschränkt sich in der Anfangsphase noch auf die äußere Schicht der Haut oder Epidermis. Später kann es in tiefere Schichten eindringen und sich in andere Körperbereiche ausbreiten (Metastasen). Sobald das Melanom „gestreut“ hat, ist es sehr schwer zu behandeln und die Überlebenschancen sind stark verringert.

"Naevus-assoziierte" Melanome und "de novo"-Melanome

Für ihre Studie sammelte und analysierte das Team Daten aus Studien mit Melanomen, bei denen die Forscher angegeben hatten, ob die Melanome mit Muttermalen assoziiert waren ("Naevus-assoziierte" Melanome) oder durch neue Hautveränderungen entstanden waren ("de novo"-Melanome).
Insgesamt analysierte das Team 38 Beobachtungs- und Fallkontrollstudien mit insgesamt 20.126 Melanomen.

Das Hauptergebnis der Studie war, dass die Mehrheit (70,9%) der Melanome sich neu entwickelten und nur eine Minderheit (29,1%) aus einem vorhandenen Muttermal oder Nävus entstand.
Die Autoren schreiben: "Dieses Ergebnis liefert einen weiteren Beweis dafür, dass die meisten Melanome nicht von einer malignen Transformation von Naevuszellen herrühren."

Die Forscher fanden auch, dass Melanome, die aus vorhandenen Muttermalen entstehen, tendenziell dünner sind als jene, die sich aus neuen Flecken entwickeln, was nahelegt, dass Patienten mit dieser Art von Tumor wahrscheinlich eine bessere Prognose haben.

Selbstprüfungen und regelmäßige Hautkrebsvorsorgeuntersuchungen

Die Autoren raten dazu, dass Patienten regelmäßig ihre Muttermale auf Anzeichen für verdächtige Veränderungen überprüfen sollten, aber auch nach neuen Flecken Ausschau halten sollten. Bereiche, die schwer sichtbar sind, sollte der Partner inspizieren. Regelmäßige Hautkrebsvorsorgeuntersuchungen ersetzt das nicht, denn nur der Facharzt kann eine genaue Diagnose stellen und nötige Maßnahmen einleiten.

Quelle: MedicalNewsToday, Journal der American Academy of Dermatology
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Fachärztin für Hautkrankheiten / Venerologie / Allergologie in Zusammenarbeit mit dem Ärztehaus Harlaching: Prof. Dr. med. Sabine G. Plötz