Nur wenig Diäten oder Nahrungsergänzungsmittel sind für Psoriasis-Patienten wirklich sinnvoll

Neue Empfehlungen des Medical Board der National Psoriasis Foundation deuten darauf hin, dass das Abnehmen mithilfe einer kalorienarmen Diät den Schweregrad der Psoriasis bei übergewichtigen Patienten reduzieren kann. Es gibt jedoch wenig Hinweise darauf, dass andere Diäten oder die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln von Vorteil sind.


"Unsere Psoriasis-Patienten haben immer wieder nach der Rolle der Ernährung bei Psoriasis gefragt", berichtete Dr. April Armstrong von der University of Southern California, Los Angeles gegenüber Reuters Health. "Wir fanden heraus, dass eine Gewichtsreduktion mit einer kalorienarmen Ernährung hilfreich ist, um den Schweregrad der Psoriasis bei übergewichtigen Psoriasis-Patienten zu reduzieren", erklärte sie per E-Mail. "Eine glutenfreie Diät ist aber nicht für jeden sinnvoll."

Um Patienten Empfehlungen an die Hand geben zu können, durchforsteten Dr. Armstrong und ihre Kollegen die Literatur von 2014 bis zum 31. August 2017 nach Studien, die den Einfluss der Ernährung auf Psoriasis oder Psoriasis-Arthritis zum Inhalt hatten.

Sie identifizierten 55 Studien mit 77.557 Teilnehmern, bei denen 4.534 von Psoriasis betroffen waren. Obwohl Minderjährige in einige Studien teilgenommen hatten, reichten den Autoren zufolge die verfügbaren Daten nicht aus, um auch Empfehlungen für Kinder zu geben.

Das Ergebnis ihrer Recherchen veröffentlichten die Experten in JAMA Dermatologie. Diese lieferten auch die Grundlage für die folgenden Empfehlungen, die sie in ihrem Artikel gaben:

 

  • Für übergewichtige und adipöse Patienten mit Psoriasis wird eine Gewichtsreduktion mit einer kalorienarmen Diät dringend empfohlen.
  • Eine glutenfreie Diät wird nur für Personen mit bestätigter Zöliakie dringend empfohlen.
  • Patienten, die positiv auf serologische Marker der Glutensensitivität getestet wurden, profitieren kaum von einer glutenfreien Ernährung.
  • Vitamin-D-Supplementierung und Gewichtsreduktion zeigt bei übergewichtigen und adipösen Patienten mit Psoriasis-Arthritis nur einen geringen Erfolg.
  • Orale Fischöl-Supplementierung wird für Psoriasis nicht empfohlen.
  • Es wird keine Vitamin-D- oder Vitamin-B-Supplementierung empfohlen.
  • Selen wird nicht zur Behandlung von Plaque-Psoriasis empfohlen.
  • Aufgrund unzureichender Evidenz kann auch keine Empfehlung für die Nahrungsergänzung mit Mikronährstoffen ausgesprochen werden.
  • Psoriasis-Patienten können evtl. eine mediterrane Diät und / oder den Verzehr von mehr Lebensmitteln mit Omega-3-Fettsäuren und Ballaststoffen und weniger Kalorien, Fettsäuren und einfachen Kohlenhydraten in Erwägung ziehen. Es gibt geringe Hinweise auf deren positive Wirkung.

Es gebe wenig Beweise für die Diäten und Nahrungsergänzungsmittel, die derzeit als „wirksam“ zur Linderung der Schuppenflechte angepriesen werden, betonte Dr. Armstrong. "Während bestimmte Diäten bei ausgewählten Patienten hilfreich sein können, sind es die medizinischen Therapien, die den größeren Unterschied ausmachen."

Dr. Daniel Aires, ein Dermatologe der University of Kansas Health System, sagte in einer E-Mail an Reuters Health: "Ernährungsrichtlinien können nützlich sein. Außerdem schadet es nicht, die meisten dieser Interventionen auszuprobieren, wie etwa Gewichtsreduktion bei Übergewicht, die Einnahme von Vitamin D, sich an eine mediterrane Ernährungsweise zu halten und die Nahrung mit hochwertigem Fischöl zu ergänzen.

Wie Dr. Armstrong bekräftigte er jedoch, dass "Patienten mit Psoriasis und Hautproblemen und/oder Gelenkbeschwerden nicht erwarten sollten, dass eine Ernährungsumstellung die medizinische Therapie ersetzt".

"Nur wenige von uns bekommen genug Sonne oder trinken genug Milch. Daher empfehlen wir (in unserer Praxis) eine Vitamin-D-Supplementierung für fast alle Patienten, die keine Kontraindikationen wie eine Veranlagung zu Nierensteinen haben", ergänzte Dr. Aires, der nicht an der Veröffentlichung der Empfehlungen beteiligt war.

Quelle: Medscape/Reuters Health, Jama Dermatol

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Fachärztin für Hautkrankheiten, Venerologie, Allergologie in Zusammenarbeit mit dem Ärztehaus Harlaching: Prof. Dr. med. Sabine G. Plötz