Plötzlicher Kindstod: Neben der Schlafumgebung spielen noch andere Faktoren eine Rolle

Eine amerikanische Studie stellte fest, dass zwar Schlafen auf dem Rücken sowie die richtige Schlafumgebung für eine Abnahme der Fälle von Plötzlichen Kindstod (SIDS: Sudden Infant Death Syndrome) geführt haben. Sie vermuten aber auch, dass zusätzlich Rauchverzicht der Eltern und weniger Teenager-Schwangerschaften dazu beigetragen haben können.


Eine amerikanische Studie stellte fest, dass zwar Schlafen auf dem Rücken sowie die richtige Schlafumgebung für eine Abnahme der Fälle von Plötzlichen Kindstod (SIDS: Sudden Infant Death Syndrome) geführt haben. Sie vermuten aber auch, dass zusätzlich Rauchverzicht der Eltern und weniger Teenager-Schwangerschaften dazu beigetragen haben können.

Die Analyse, die in der Fachzeitschrift „Pediatrics“ veröffentlicht wurde, betont die Bedeutung der Schlafumgebung, aber unterstreicht auch die Rolle von anderen Einflüssen, die das SIDS-Risiko beeinflussen können.
Die meisten Säuglinge, bei denen heute SIDS diagnostiziert wird, lagen nicht auf dem Bauch. Dies bestätigt vergangene Untersuchungen, die nahe legen, dass bestimmte Babys besonders anfällig eine „unsichere Schlafumgebung“ sind.

Zum Beispiel haben Babys, die entweder, als sie noch im Mutterleib waren, oder nach der Geburt Zigarettenrauch ausgesetzt waren/sind, ein erhöhtes SIDS-Risiko. Auf der anderen Seite weisen Säuglinge, die gestillt werden und deren Mütter konsequente an den Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen, ein relativ geringes SIDS-Risiko auf.

Darüber hinaus scheint es biologische Voraussetzungen bei SIDS zu geben. So wird beispielsweise vermutet, dass Kinder, die durch SIDS sterben, Anomalien im Gehirn zeigen. Denn bei ihnen versagt ein Mechanismus, der dafür sorgt, dass Kinder wach werden, wenn sie nicht genug Sauerstoff bekommen.

Theorie des „dreifachen Risikos“
Eine Theorie zu SIDS geht davon aus, dass es ein "dreifaches Risiko“ gibt. Demnach trifft SIDS Kinder mit einer bestimmten Gefährdung, wenn – während einer kritischen Phase ihrer Entwicklung - ein äußerer Einfluss hinzu kommt (wie z.B. Schlafen auf dem Bauch).
Der Schlaf-Umgebung bleibt aber immer noch am wichtigsten, weil sie von den Eltern beeinflussbar ist, lautet das Fazit der Autoren.
Für die Studie analysierten die Experten Daten von mehr als 900.000 Todesfällen bei Säuglingen zwischen 1983 und 2012.
Während dieser Zeit fielen die SIDS-Raten um 71%. Die größte Veränderung trat zwischen 1994 und 1996 auf, nachdem die "Back to Sleep"-Kampagne ins Leben gerufen wurde, d.h. Eltern aufgeklärt wurden, dass sie ihre Babys auf dem Rücken schlafen lassen sollten.

Quelle: MeldlinePlus/HealthDay, Pediatrics
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Kinder- und Jugendärzte im Ärztehaus-Harlaching: Herr Dr. Thomas Fendel und Frau Dr. Christine Wieland