Potenzprobleme bzw. Erektile Dysfunktion (ED): Unterschätztes globales Gesundheitsproblem

Potenzprobleme sind weltweit verbreitet und erhöhen das Risiko für gutartige Prostatavergrößerung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz.


Eine Erektile Dysfunktion (ED) ist eine große globale Belastung und geht mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz und vorzeitigem Tod einher. Dies geht aus einer Veröffentlichung hervor, die am 2. Juli in „BJU International“ veröffentlicht wurde. Anna Kessler vom King's College London und Kollegen führten eine systematische Literaturrecherche durch, um das weltweite Vorkommen der erektilen Dysfunktion zu bewerten.

Experten schätzen, dass 322 Millionen Männer weltweit bis 2025 von einer erektilen Dysfunktion betroffen sein werden. Dies sind im Vergleich zu 1995 152 Millionen mehr Männer. Dies hängt u.a. auch mit einem größeren Anteil älterer Menschen an der Weltbevölkerung zusammen.

Die erektile Funktion kann verschiedene Ursachen haben - von psychologische, hormonelle, neurologische und kardiovaskuläre (Probleme der Blutgefäße sowie des Herz-Kreislaufsystems). ED kann daher ein Anzeichen für ganz verschiedene Probleme sein, die auch miteinander verknüpft sein können. Risikofaktoren für ED sind u.a. Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen und gutartige Prostatavergrößerung 8 benigne Prostatahyperplasie).

Die britischen Forscher ermittelten, dass weltweit zwischen 3 und 76,5% Männer davon betroffen sind und stellten einen Zusammenhang zwischen ED und zunehmendem Alter fest. Basierend auf Daten aus einem Fragebogen, der aus dem Internationalen Index der erektilen Funktion und der Massachusetts Male Aging Study abgeleitet wurde, kamen sie zudem zu dem Ergebnis, dass auch bei jungen Männern Potenzprobleme verbreitet sind. „Im Vergleich zu Männern ohne ED hatten Männer mit ED eine 1,33- bis 6,24-fach höhere Wahrscheinlichkeit für eine benigne Prostatahyperplasie und eine 1,68-fach höhere Wahrscheinlichkeit für eine Demenz."

ED sei weit verbreitet und stelle eine große Belastung für die Gesellschaft aufgrund ihrer hohen Prävalenz dar. Sie wirke sich auf die Lebensqualität aus und sei auch ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz, fassen die Autoren zusammen.

Für eine ED stehen viele Behandlungsmöglichkeiten – auch abhängig von den Ursachen -zur Verfügung.

Quelle: HealthDay, BJU International
Facharzt für Urologie im Ärztehaus Harlaching: Dr. Thomas Erpenbeck