Multivitaminpräparate verhindern keine Schlaganfälle, Herzinfarkte oder Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Eine umfangreiche Überblicksstudie der University of Alabama in Birmingham - veröffentlicht in „Circulation: Cardiovascular Quality and Outcomes“ - zeigt, dass die Einnahme von Multivitamin- und Mineralstoffpräparaten Schlaganfälle, Herzinfarkte oder Todesfälle im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht verhindern können.


Ein amerikanisch-britische Forscherteam führte eine Meta-Analyse durch, bei der die Ergebnisse von 18 einzelnen veröffentlichten Studien ausgewertet wurden. Der Datensatz umfasste mehr als 2 Millionen Teilnehmer mit einem durchschnittlichen Beobachtungszeitraum von 12 Jahren. Die Wissenschaftler fanden keinen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Multivitamin- und Mineralpräparaten und einem geringeren Risiko, aufgrund einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben.

"Wir haben die wissenschaftliche Evidenz akribisch ausgewertet", erläuterte Hauptautor Prof. Dr. Joonseok Kim. "Wir fanden keinen klinischen Nutzen von Multivitamin- und Mineralstoffpräparaten zur Vorbeugung von Herzinfarkten, Schlaganfällen oder anderen Todesfällen durch Herz-Kreislauf-Krankheiten."

Kim sagte, es sei schwierig, Menschen einschließlich Ernährungsforschern zu überzeugen, dass Multivitamin- und Mineralstoffpräparate Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht verhindern könnten. Die Verwendung von Multivitamin- und Mineralstoff-Nahrungsergänzungsmitteln ist in den Vereinigten Staaten und anderen entwickelten Ländern weit verbreitet. Kim erklärte, dass dies auf die weit verbreitete Überzeugung zurückzuführen ist, dass Multivitaminpräparate helfen könnten, die Gesundheit zu erhalten und zu fördern, indem sie verschiedene Krankheiten, einschließlich Herz-Kreislauf-Erkrankungen, verhindern würden.

"Ich hoffe, dass unsere Studienergebnisse dazu beitragen, den Hype um Multivitamin- und Mineralstoffpräparate zu verringern und Menschen dazu zu ermutigen, bewährte Methoden einzusetzen, um ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern - wie mehr Obst und Gemüse zu essen, Sport zu treiben und Tabak zu vermeiden", verdeutlichte Kim.

"Obwohl in Maßen eingenommene Multivitamin- und Mineralstoffpräparate nur selten direkten Schaden anrichten, fordern wir die Menschen auf, ihre Herzgesundheit zu schützen, indem sie ihr individuelles Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfälle verstehen und mit einem Arzt einen Plan zu erstellen, um mit bewährten Maßnahmen das persönliche Risiko zu verringern“, sagte Kim. "Dazu gehören eine herzgesunde Ernährung, Bewegung, Rauchverzicht, Kontrolle des Blutdrucks und Kontrolle der Cholesterinwerte."

Quelle: NewsWise, University of Alabama at Birmingham, Circulation: Cardiovascular Quality and Outcomes

________________________________________

Fachärzte für Innere Medizin und Kardiologie im Ärztehaus Harlaching: Prof. Dr. med. Olaf Mühling und Dr. med. Christoph Matt