Mediterrane Ernährung kann vermutlich Osteoporose verringern

Mediterrane Ernährung kann einer Studie der University of East Anglia zufolge den Knochenverlust bei älteren Menschen mit Osteoporose verringern.


Eine Ernährung, die reich an Obst, Gemüse, Nüssen, Vollkorngetreide, Olivenöl und Fisch ist, kann den Hüftknochenverlust innerhalb von nur 12 Monaten reduzieren. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung. Die Studie ist die erste europaweite Langzeitstudie, die sich mit den Auswirkungen einer mediterranen Ernährung auf die Knochengesundheit bei älteren Erwachsenen befasst.

Mehr als 1.000 Personen zwischen 65 und 79 Jahren nahmen an der Studie teil. Sie wurden zufällig in zwei Gruppen eingeteilt - eine Gruppe, die einer mediterranen Ernährung folgte, und eine Kontrollgruppe, die dies nicht tat. Die Knochendichte wurde zu Beginn und nach 12 Monaten gemessen. Die Ernährungsweise hatte keine erkennbaren Auswirkungen auf Teilnehmer mit normaler Knochendichte, aber sie hatte einen Effekt auf diejenigen mit Osteoporose.

Die Personen in der Kontrollgruppe entwickelten weiterhin die übliche altersbedingte Abnahme der Knochendichte, aber bei denjenigen, die die mediterrane Ernährung einhielten, nahm die Knochendichte vor allem im Bereich des Oberschenkelhalsknochens zu. Dies ist der Bereich des Oberschenkelknochens, der mit seinem abgerundeten Kopf in das Hüftgelenk passt.

Die britische Studienleiterin Prof. Susan Fairweather-Tait von der University of East Anglia (UEA) Norwich Medical School sagte: "Dies ist ein besonders sensibler Bereich für Osteoporose, da Knochenverlust im Schenkelhals oft die Ursache von Hüftfrakturen ist, die bei älteren Menschen mit Osteoporose häufig sind.“
"Die Knochenbildung dauert sehr lange, und so war die 12-monatige Studie, obwohl sie eine der längsten andauernden Untersuchungen war, noch ein relativ kurzer Zeitrahmen, um eine Wirkung zu zeigen. Die Tatsache, dass wir dennoch einen deutlichen Unterschied zwischen den Gruppen feststellen konnten, ist sehr wichtig – auch wenn es nur diesen einen Bereich betrifft."

An der EU-finanzierte Studie, die von der Universität Bologna geleitet wurde, nahmen 1.142 Probanden bis zum Studienende teil. Die Patienten wurden aus fünf Zentren rekrutiert: Italien, Großbritannien, Niederlanden, Polen und Frankreich. Diejenigen, die der Mittelmeerdiät folgten, erhöhten ihre Aufnahme von Früchten, Gemüse, Nüssen, Vollkorngetreide, Olivenöl und Fisch, verzehrten kleine Mengen von Milchprodukten und Fleisch und konsumierten Alkohol in Maßen.

Die Studienteilnehmer der Interventionsgruppe erhielten Nahrungsmittel wie Olivenöl und Vollkornnudeln, um sie zur Einhaltung dieser Ernährungsweise zu motivieren, und nahmen zusätzlich eine kleine Vitamin-D-Dosis ein, um bei den teilnehmenden Ländern die Auswirkungen unterschiedlicher Sonneneinstrahlung auf den Vitamin-D-Status auszugleichen.

Zu Beginn und am Ende der Studie wurden Blutproben genommen, um nach Biomarkern zu suchen. Die Knochendichte wurde bei über 600 Teilnehmern in beiden Gruppen an der Lendenwirbelsäule und am Schenkelhals gemessen. Bei knapp 10% von ihnen wurde zu Beginn der Studie eine Osteoporose festgestellt. Die Co-Forscherin von UEA, Dr. Amy Jennings, erklärte: "Obwohl dies eine kleine Zahl ist, reicht sie aus, um bei der Schenkelhalsknochendichte zwischen den beiden Gruppen eine deutliche Veränderung festzustellen.

"Die Knochendichte nimmt bei Patienten mit Osteoporose viel schneller ab als bei anderen Menschen, so dass Veränderungen bei Patienten mit Osteoporose schneller auffallen als bei anderen, bei denen sich die Knochendichte wesentlich langsamer verringert, wie das bei älteren Menschen der Fall ist.“
"Mit einer länger andauernden Studie hätten wir möglicherweise Veränderungen bei den Probanden mit normaler Knochendichte beobachten können. Wir fanden es jedoch schon ziemlich schwierig, unsere Teilnehmer für ein Jahr zu einer Ernährungsumstellung zu bewegen, und es wäre wesentlich mühsamer gewesen Teilnehmer für eine länger dauernde Studie zu gewinnen und diese hätte auch zu wesentlich mehr Studienabbrüche bei den Rekrutierten geführt."

Die Forscher würden jetzt gerne eine ähnliche oder idealerweise längere Studie bei Patienten mit Osteoporose durchführen, um die Ergebnisse bei einer größeren Gruppe zu bestätigen und zu sehen, ob der Einfluss in anderen Bereichen des Körpers gesehen werden kann. Wenn Knochenschwund durch eine bestimmte Ernährungsweise gemildert werden könnte, wäre dies eine willkommene Ergänzung zu den derzeitigen medikamentösen Behandlungen für Osteoporose, die schwere Nebenwirkungen haben können.

Aber in der Zwischenzeit, ergänzten die Forscher, gibt es keinen Grund für diejenigen, die sich Sorgen machen, nicht über eine Ernährungsumstellung nachzudenken.
"Eine mediterrane Ernährung hat bereits bewiesen, dass sie andere gesundheitliche Vorteile hat und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Parkinson, Alzheimer und Krebs senkt", erinnerte Prof. Fairweather-Tait. "Es gibt also keine Nachteile, wenn man sich so ernährt, egal ob man an Osteoporose leidet oder nicht."

Quelle: MedicalXpress, University of East Anglia, American Journal of Clinical Nutrition
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Fachärztin für Radiologische Diagnostik (u.a. Osteoporose-Check, Knochendichtemessung im Leistungsspektrum): Dr. med. Brunhilde Roedel