Schlafapnoe bei älteren Menschen begünstigt möglicherweise Demenz

Schlafapnoe bzw. Atemaussetzer während des Schlafs sind einer australischen Untersuchung zufolge bei älteren Erwachsenen mit Veränderungen im Gehirn verbunden.


Obstruktive Schlafapnoe (OSA), Atemaussetzer während des Schlafs, führt zu Veränderungen in der Struktur des Gehirns, die in den frühen Stadien der Demenz gesehen werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine australische Studie im „European Respiratory Journal“.

Dr. Nathan E. Cross von der Universität von Sydney und seine Kollegen analysierten den Zusammenhang zwischen obstruktiver Schlafapnoe und kortikaler Dicke (Dicke der Hirnrinde) bei 83 Erwachsenen im mittleren Alter oder älter (51 bis 88 Jahre), die ein Demenz-Risiko aufwiesen. Die Teilnehmer nahmen an neuropsychologischen Tests sowie Schlaflaboruntersuchungen teil und unterzogen sich einem Gehirn-Scan im Magnetresonanztomografen.

Die Experten fanden heraus, dass eine geringere Sauerstoffsättigung signifikant mit einer reduzierten kortikalen Dicke in den bilateralen Schläfenlappen (Temporallappen) zusammenhing, nicht jedoch eine Schlafstörung. Eine schlechtere sprachliche Erinnerung geht u.a. mit einer verminderten Dicke der bilateralen Temporallappen einher.

"[…] im Hinblick auf die Demenzprävention zeigen diese Veränderungen in der grauen Substanz, wie OSA zu neurodegenerativen Prozessen bei älteren Erwachsenen beitragen kann", schreiben die Autoren. Die Behandlung der Schlafapnoe könnte demnach auch zur Vorbeugung gegen Demenz beitragen.

Quelle: HealthDay, European Respiratory Journal
_______________________

Facharzt für Innere Medizin, Pulmologie (Lungenheilkunde), Allergologie, Schlafmedizin (DGSM) im Ärztehaus Harlaching: Dr. med. Reinhard Finke