Sonnensünden kommen erst nach Jahrzehnten ans Tageslicht

Eine entscheidende Ursache für Hautkrebs sind häufige Sonnenbrände in der Kindheit und Jugend. Sie erhöhen das Risiko, viele Jahre später an einem Melanom zu erkranken, um ein Vielfaches.


Die moderne Krebsmedizin hat bei der Behandlung von Tumorerkrankungen in den letzten Jahren beachtliche Erfolge erzielt. Das gilt insbesondere auch für Hautkrebs, der durch ein Übermaß an UV-Strahlung ausgelöst wird. Die Hautkrebszahlen steigen. Auch das Dresdner Hauttumorzentrum am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) verzeichnet kontinuierlich mehr Hautkrebspatienten – darunter viele Patienten mit fortgeschrittenen Hauttumoren. Bereits die Frühlingssonne kann eine für die Haut schädigende Kraft entfalten. Sonnenschutz ist deshalb auch zu dieser Jahreszeit dringend geboten. Liegt eine Hautkrebserkrankung vor, bietet das Dresdner Tumorzentrum eine Behandlung auf dem neuesten Stand der Forschung und eine besonders intensive Beratung an. Wissenschaftler des Hauttumorzentrums und des Zentrums für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung der TU Dresden forschen zudem an einer besseren Versorgung von Hautkrebspatienten in Ostsachsen.

Hautkrebs ist auf dem Vormarsch: Gut 230.000 Menschen erkranken in Deutschland pro Jahr neu an dieser Krankheit, rund 20.000 von ihnen an der besonders gefährlichen Form des malignen Melanoms, dem so genannten schwarzen Hautkrebs. Am Dresdner Hauttumorzentrum wurden 2018 insgesamt 1.331 Hautkrebs-Neuerkrankungen diagnostiziert, darunter 225 Fälle von schwarzem Hautkrebs. 2014 waren es noch 1.024 Neuerkrankungen und 147 Fälle von schwarzem Hautkrebs. Eine entscheidende Ursache sind häufige Sonnenbrände in der Kindheit und Jugend. Sie erhöhen das Risiko, viele Jahre später an einem Melanom zu erkranken, um ein Vielfaches. Aber auch Erwachsene, die sich nicht vor intensivem Sonnenlicht schützen, oder häufige Besuche von Solarien erhöhen das Krebsrisiko erheblich. Das sich in den vergangenen Jahrzehnten verändernde Freizeitverhalten im Freien schlägt sich auch in den Krebsstatistiken nieder: Die Zahl der Neuerkrankungen verdoppelt sich alle zehn bis 15 Jahre. „Vorbeugung und Früherkennung ist das A und O. Raus aus der Mittagssonne, schützende Kleidung vor allem bei Kindern, aber auch bei Erwachsenen – solche eigentlich einfachen Regeln können die Hautkrebszahlen deutlich senken. Wichtig ist es auch, die Haut ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre im Rahmen der empfohlenen Hautkrebs-Screenings vom Arzt untersuchen zu lassen“, sagt Prof. Friedegund Meier, Leiterin des Hauttumorzentrums am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) und Oberärztin an der Klinik für Dermatologie des Universitätsklinikums Dresden.

(Dr. Anna Kraft, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Nationales Centrum für Tumorerkrankungen Dresden - NCT/UCC)

Quelle: idw, NCT
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Fachärztin für Hautkrankheiten, Venerologie, Allergologie im Ärztehaus Harlaching: Prof. Dr. med. Sabine G. Plötz