Wie man Migräne-Auslöser vermeidet

Eine Migräne ist nicht mit einem typischen Spannungskopfschmerz vergleichbar. Sie ist mit Übelkeit, Lichtempfindlichkeit, Überempfindlichkeit gegenüber Tönen oder Gerüchen, mit extreme Müdigkeit oder mit Schwindel verbunden. Betroffen können mithilfe eines Migränetagebuchs die Auslöser ermitteln und diese zu vermeiden.


"Eine Migräne kann [das Leben] einschränken und die täglichen Aktivitäten stark behindern, das Familienleben und das soziale Leben negative beeinflussen", verdeutlicht Neurologe Dr. Sait Ashina, Kopfschmerzspezialist des Comprehensive Headache Centre im Arnold-Warfield Pain Center am BIDMC, Israel, in einer Pressemeldung. "Leider wird Migräne oft nicht diagnostiziert und zu wenig behandelt."
Die genauen Ursachen für eine Migräne sind noch unbekannt, aber wobei Ärzte Patienten helfen können, sind die individuellen Auslöser für eine Migräne zu ermitteln, so Ashina. Diese können von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein."


Um Migräne-Auslöser zu bestimmen und anschließend zu vermeiden, schlägt Ashina vor, ein Kopfschmerz- bzw. Migränetagebuch zu führen. "Ihr Arzt wird wissen wollen, was Sie vor einer Migräneattacke getan oder gegessen haben oder wie Sie sich gefühlt haben", erklärt er. "Durch die Analyse der Ereignisse und aller Details, an die Sie sich erinnern, kann Ihr Arzt Muster finden, die zu einem individuellen Behandlungsplan führen."

Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) bietet verschiedene Kopfschmerz- bzw. Migränetagebücher auf ihrer Seite an. Es gibt auch eine Vielzahl von mobilen Apps. "Schreiben Sie jede Migräne auf, wann sie eintritt, wie lange sie gedauert hat und was sie ausgelöst haben könnte", rät Ashina.

Einige der häufigsten Auslöser für Migräne sind:

 

  • Essen und Getränke:
    z.B. Schokolade, Käse, Zitrusfrüchte, verarbeitetes Fleisch, künstliche Süßstoffe, Soda, Bier, Wein. Arbeiten Sie mit Ihrem Arzt zusammen, um Ihre Ernährung zu ändern.
  • Koffein:
    Koffein kann manchmal helfen, Symptome zu lindern, aber hoher Konsum kann auch zu Kopfschmerzen führen. Arbeiten Sie mit Ihrem Arzt zusammen, um Ihren Koffeinkonsum basierend auf Ihrem Kopfschmerztagebuch zu ändern.
  • Fasten, Diäten, Dehydration:
    Lassen Sie keine Mahlzeiten aus und trinken sie ausreichend.
  • Wetterumbrüche:
    Feuchtes Klima, Hitze oder extrem hohe/niedrige Temperaturen und hoher Luftdruck können Migräne auslösen. Bei extremer Hitze sollten Sie ausreichend trinken und an besonders kalten oder windigen Tagen vermeiden, sich im Freien aufzuhalten.
  • Schlafentzug:
    Achten Sie auf eine gute Schlafhygiene und regelmäßige Schlafenszeiten!
  • Grelles Licht:
    Vermeiden Sie Neonlicht (in vielen Arbeitsbereichen üblich), tragen Sie eine Sonnenbrille bei hellem Licht oder versuchen Sie einen blauen Lichtfilter für Ihren Bildschirm zu bekommen.
  • Geruch:
    z. B. Parfüm, Reinigungsmittel, Farbprodukte, Zigarettenrauch. Vermeiden Sie diese Auslöser wenn möglich.
  • Hormonveränderungen:
    (speziell für Frauen) vor und während des Menstruationszyklus kann der Arzt deshalb Migränemittel verschreiben.

"Ihr Kopfschmerztagebuch ist die beste Quelle für Ihren Arzt, um zu klären, welche Auslöser Sie meiden sollten", betont Ashina. "Indem Sie [die Auslöser] kontrollieren, so gut Sie können, können Sie die Häufigkeit und Schwere Ihrer Kopfschmerzen reduzieren."

Quelle: Beth Israel Deaconess Medical Center, Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG)

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Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie (Deutschland) (Spezielle Schmerztherapie) mit Kopfschmerz- und Schwindel-Abklärung im Leistungsspektrum: Dr. med. Ulrike Richter